Spötter sagen, wer sich auf die Kölner Verkehrsbetriebe verlasse, der sei verlassen. Das Kürzel KVB stünde für „kommt vielleicht bald“. Aber sind die Verkehrsbetriebe wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Immerhin stiegen die Fahrgastzahlen 2011 zum fünften Mal in Folge. Wir wollten es genauer wissen - und hörte sich unter den Fahrgästen um. Ergebnis: Es gibt heftige Ausschläge in Sachen Kritik, aber auch sehr lobende Äußerungen. Und die Mehrzahl der Befragten verteilt Durchschnittsnoten.
Hohe Sprit-Preise, steigendes Umweltbewusstsein: KVB-Chef Jürgen Fenske prognostiziert auch für die kommenden Jahre steigende Fahrgastzahlen für Busse und Bahnen. 2011 transportierten die Verkehrsbetriebe 275 Millionen Menschen. Ein Plus von 0,9 Prozent – und die fünfte Steigerung in Folge.
Bleibt die Frage, wie zufrieden die Kölner und die vielen Pendler aus dem Umland tatsächlich mit den Leistungen des städtischen Unternehmens sind.
Wir hörten uns unter den Fahrgästen um, baten darum, die Themen Pünktlichkeit, Service, Sauberkeit und Sicherheit in Bussen und Bahnen mit Schulnoten von eins (also super gut) bis sechs (ganz mies, setzen) zu bewerten.
Das Ergebnis liegt zwischen „befriedigend“ und „ausreichend“: Die Noten variieren zwischen 3,2 und 3,7. Unterschiede in der Bewertung durch Männer oder Frauen sind kaum auszumachen. Fakt ist: Zu den KVB hat jeder eine Meinung. Und mitunter liegen Welten in der Wahrnehmung der angebotenen Leistung.
Zur Kritik: Nicht selten verursachen Verspätungen eine Kettenreaktion. „Die 13 verspätet sich, und die Fahrer der Busse 141 und 143 zeigen, was sie unter Service verstehen – sie fahren in dem Moment los, wenn die Bahn gerade anhält“, ärgert sich EXPRESS-Leser Frank Trappe.
Maik Plötz nervt die Linie 16: „Sie kommt fast jeden Abend zu spät. Meinen Anschluss-Bus in Godorf verpasse ich dann jedes Mal.“
Trotz des oft kritischen Blicks – Kölner wie auch Pendler finden aber immer wieder auch lobende Worte.
Werner Wurda meint: „Die KVB sind viel besser als ihr Ruf.“
Und Wilma Rüttgers lobt: „Die KVB ist ein tolles Verkehrsmittel. Ich benutze lieber die Bahn, als mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren.“
Was Sauberkeit und Sicherheit angeht, wünschen sich die Befragten mehr Kontrollen. „Nur Verbotsschilder ankleben nutzt nichts“, schreibt Daniel Jungheim. „Es sind mehr Kontrollen nötig.“
Jörn Schwarz, Technik-Vorstand der KVB, nimmt sich Lob Kritik und Lob zu Herzen: „Wir fühlen uns, was die Schwerpunkte unserer Arbeit angeht, von den Ergebnissen dieser Umfrage bestätigt. Auch bei uns stehen Sicherheit und Sauberkeit im Fokus, die Umfrage ist uns ein Ansporn, noch besser zu werden.“
So seien inzwischen 18 Mitarbeiter neu eingestellt worden, die Servicegänge in Bussen und Bahnen durchführen. Dazu sei die Präsenz der KVB-Streifen deutlich erhöht worden. Außerdem würden Dienstleister häufiger die Haltestellen und Fahrer die Bahnen auf ihre Sauberkeit überprüfen.
http://www.express.de/koeln/koeln-ch...,14638650.html
Ist nicht vieles von den Fahrgästen selber, in Eigenregie gemacht?